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Wie funktioniert ein Induktionsherd? – Fortschrittliches Kochen, effektiv und umweltschonend

Kommt es zu der Frage, ob man sich nicht mal einen neuen Herd zulegen m√ľsste, stehen mittlerweile neben den altgedienten Herdvarianten, die Induktionsherde hoch im Kurs. F√ľr viele Kunden ist die Technologie hinter dem umweltfreundlichen K√ľchentrend allerdings noch immer ein Mysterium. Deshalb erkl√§ren wir kurz, wie ein Induktionsherd funktioniert und welche Besonderheiten er mit sich bringt.
Besonderheiten
  • Nur mit ferromagnetischem Kochgeschirr nutzbar
  • Direkte Hitze√ľbertragung
  • Energieeffizient
  • Erzeugt Magnetfeld
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Der Induktionsherd arbeitet nicht wie andere Herde (Ceranherd, Elektroherd, Gasherd) mit W√§rmeleitung.
  • Unter dem Kochfeld eines Induktionsherds befinden sich kleine Kupferspulen, die ein elektromagnetisches Feld erzeugen. Sobald ein Topf auf den Induktionsherd gestellt wird, interagiert dieser mit dem elektromagnetischen Feld.
  • Um die elektromagnetische Energie des Herds auf den Topf zu √ľbertragen, ben√∂tigt man spezielle Induktionst√∂pfe bzw. Induktionspfannen, die mit einem ferromagnetischen Boden versehen sind.

Wie funktioniert ein Induktionsherd?

Ein Induktionsherd sieht von au√üen aus wie eine normale Kochfl√§che aus Keramik. Schaltet man ihn ein, tut sich erst einmal gar nichts. Unter der Induktionsfl√§che erzeugt ein Kupferdraht ein Magnetfeld, das erst in Verbindung mit einem magnetischen Topfboden W√§rme erzeugt. Die W√§rme entsteht direkt im Topf, sodass keine Energie verschwendet wird. Das ist die kurze, unkomplizierte Erkl√§rung f√ľr die Funktionsweise. Um zu verstehen, wie dieser Prozess im Detail funktioniert, m√ľssen wir etwas tiefer in die Physik eintauchen:

Die Physik hinter der elektromagnetischen Induktion

  • Flie√üt Wechselstrom durch die eng gewickelte Kupferspule unter der neutralen Platte, wird ein Magnetfeld erzeugt, das mit einer Frequenz von 20‚ÄĮ000 bis 100‚ÄĮ000 Hertz die Richtung wechselt.
  • Elektrische Spannung entsteht. Wird nun ein leitendes Material (Topf mit Eisenlegierung) auf die Kochfl√§che gestellt, wirkt sich diese Energie auf die Elektronen darin aus.
  • Ringf√∂rmige Induktionsstr√∂me (Wirbelstr√∂me) flie√üen durch den Topfboden. Abh√§ngig vom elektrischen Widerstand wandelt sich elektrische Energie in thermische Energie um und erhitzt so das Metall.
  • W√§rme entsteht auch durch sogenannte Ummagnetisierungseffekte: Abh√§ngig von der Frequenz des wechselnden Magnetfelds ergeben sich sogenannte Hystereseverluste.
  • Der elektrische Widerstand wird zus√§tzlich durch den sogenannten Skineffekt verst√§rkt. Dieser entsteht, weil die Wirbelstr√∂me im Topf ihrerseits ein magnetisches Feld bilden, das dem magnetischen Feld aus den Spulen entgegenwirkt und die Leiterfl√§che verkleinert.
  • Sogenannte benachbarte Weiss-Bezirke in der ferromagnetischen Topfbeschichtung sorgen ebenfalls f√ľr mehr W√§rme. Wird kein magnetisches Feld an die Fl√§che gehalten, ist der Topf unmagnetisch.

In diesem Video wird die Funktionsweise anschaulich erklärt:

Woher stammt die Technik?

1820 begr√ľndete der franz√∂sische Physiker Andr√©-Marie Amp√®re die Elektrodynamik und stellte fest, dass elektromagnetische Str√∂me Magnetfelder erzeugen. Das Grundprinzip der elektromagnetischen Induktion entdeckte Michael Faraday im Jahr 1831. Induktionsherde werden bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt. Erst seit den 1970ern nahm die Erfindung Einzug in privaten K√ľchen der Mittelschicht; heute sind die stromsparenden Kochfl√§chen beliebt wie nie.

Vor- und Nachteile des Induktionsherds

  • Der gr√∂√üte Vorteil von Induktionsherden liegt im Energieersparnis. Es wird wesentlich weniger Strom verbraucht als bei anderen Herdmodellen.
  • Das Wasser im Topf erhitzt sich deutlich schneller als bei herk√∂mmlichen Herdmodellen.
  • Die Wassertemperatur im Induktionskochtopf l√§sst sich durch genaue Steuerung des elektromagnetischen Feldes deutlich genauer und schneller einstellen. Ein Liter Wasser l√§sst sich so mehr als doppelt so schnell wie √ľblich aufkochen. Des weiteren entsteht kein Energieverlust, wenn ein kleiner Topf auf ein gro√ües Kochfeld gestellt wird.
  • Induktionsherde bieten durch ihre spezielle Technologie einerseits wesentlich mehr Sicherheit, da sich die Kochfl√§che durch das elektromagnetische Feld nur direkt unter dem Topf erw√§rmt und schnell wieder abk√ľhlt, andererseits kann das Magnetfeld auch die K√∂rperzellen des Menschen beeinflussen. Trotz geregelter Grenzwerte f√ľr Induktionsherde bzw. Induktionskochfeldern, sollten Schwangere und Personen mit Herzschrittmacher Abstand halten.
  • Die Anschaffungskosten von Induktionsfl√§che und ferromagnetischem Kochgeschirr sind relativ hoch.

Wann ist ein Induktionsherd lohnenswert?

Kochen ohne CO2-Abdruck

Durch die vergleichsweise hohe Energieersparnis (20-30 Prozent im Vergleich zu einem klassischen Elektroherd) amortisiert sich der Kaufpreis eines Induktionsherds nebst dazugeh√∂rigem Kochgeschirr relativ schnell. Kombiniert mit √Ėkostrom ist ein Induktionsherd sogar CO2-neutral. Trotzdem solltest Du einen funktionierenden Herd nicht √ľberhastig gegen einen Induktionsherd eintauschen, da f√ľr den neuen Herd, inklusive T√∂pfe und Pfannen, viele Ressourcen verbraucht werden, die ja eigentlich eingespart werden sollen. Ist die Wahl am Ende auf einen Induktionsherd gefallen, kann man sich √ľber einen energieeffizienten, leicht zu bedienenden und schnellen Begleiter in der K√ľche freuen. Menschen mit Herzschrittmacher sollten sich allerdings vor der Anschaffung eines Induktionsherds mit ihrem Arzt besprechen. Selbiges gilt nat√ľrlich auch f√ľr schwangere Frauen.

Weiterf√ľhrende Informationen zu Induktionsherden

    • In diesem Video wird das Prinzip eines Induktionsherds noch einmal erkl√§rt:

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